
Seit Jahrzehnten unterrichtet die Ganztagsschule St. Pauli Kinder, die Türkisch oder Romanes sprechende Eltern haben, drei Stunden in der Woche in diesen Sprachen. Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund so im Entwickeln einer sie intellektuell und emotional fördernden Zweisprachigkeit.
Der Landesschulbeirat beschloss am 10.09.2001 einstimmig eine „Stellungnahme zu den Auswirkungen der Migration auf das Hamburger Schulwesen“, in der es u. a. heißt:
„Unterricht in den Herkunftssprachen zweisprachiger Kinder soll dazu beitragen, dass sie ihre Lebenswirklichkeit bewusst wahrnehmen, reflektieren und eine interkulturelle Handlungsfähigkeit entwickeln können. Vorrangige Aufgabe des Unterrichts ist es, an die lebensweltlich geprägten sprachlichen Fähigkeiten der Kinder anzuknüpfen und ihre Zweisprachigkeit zu fördern. Der Unterricht dient ausdrücklich nicht der Förderung von Nationalbewusstsein (zum Herkunftsstaat) oder der Rückkehrfähigkeit des Kindes. Mit ihm soll vielmehr eine möglichst hohe Entwicklung der mündlichen und schriftlichen Fähigkeiten in der Herkunftssprache erreicht werden, damit diese individuell für berufliche und private Belange genutzt und als gesellschaftliche Ressource und eingesetzt werden kann.“
Der Unterricht in der Herkunftssprache ist nicht nur eine sinnvolle, sondern eine notwendige Ergänzung des Deutsch-Förder-Unterrichts. Darüber hinaus wirken die Türkisch-Lehrerin und der Romanes-Lehrer als Bindeglied zwischen Schule und Eltern – lebenswichtig für Kinder, die manchmal immer noch die Welt wechseln, wenn sie vom Elternhaus in die Schule (oder umgekehrt) gehen.